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Glossar und Quellen

bio-psycho-soziales Schmerzmodell
Eine Betrachtungsweise vor allem des chronischen Schmerzes, die biologische, psychologische und soziale Aspekte berücksichtigt. Damit wird das Erleben des Schmerzes nicht auf den Ort oder die Intensität eingegrenzt, sondern es werden auch geistig-seelische und zwischenmenschliche Auswirkungen einbezogen.
Diabetes
eigentlich Diabetes mellitus, im Volksmund auch „Zuckerkrankheit“ genannt. Diese häufige Erkrankung führt zu erhöhten Zuckerwerten im Blut und kann je nach Schwere eine Reihe an gesundheitlichen Schwierigkeiten und Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Diabetes führt u.a. zur direkten Schädigung von Blutgefäßen, Nerven, Augen, Nieren und anderen Organen.
Entzündungsmediatoren
Chemische Substanzen, die an der Entstehung oder Aufrechterhaltung einer Entzündung beteiligt sind. Wichtige Entzündungsmediatoren sind z.B. Histamin oder Bradykinin.
Herpes Zoster
auch als Gürtelrose bezeichnet. Eine Viruserkrankung (Varicella-Zoster-Virus) mit schmerzhaftem Ausschlag, der durch Entzündung eines Nervenstranges hervorgerufen wird. Die Erstinfektion erfolgt meist in der Kindheit (unbemerkt oder als „Windpocken“), eine Reaktivierung des Virus, das inaktiv im Körper bleibt, kann als Gürtelrose in Erscheinung treten. Die Folge sind Schmerzen, die auch stark sein können und manchmal lange bestehen bleiben.
Mastzellen
Zellen, die als Teil des Abwehrsystems Entzündungsmediatoren erzeugen und speichern. Werden diese Stoffe ausgeschüttet, tragen sie zum Entzündungsgeschehen bei.
Multi-modale Schmerztherapie
Behandlung chronischer Schmerzen, die gleichzeitig verschiedene Ansaätze umfasst. Dazu gehört die medizinische und psychologische Schulung des Patienten; weiters können Physiotherapie, physikalische Therapie, Verhaltenstherapie, spezifische Medikamente etc. eine Rolle spielen. Multimodale Schmerztherapie folgt stets einem individuell vorgegebenen, zeitlich abgestimmten Behandlungsplan.
Multiple Sklerose
Eine chronische, entzündliche Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarks. Sie verläuft oft in Schüben und kann sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen, wie z.B. Empfindungsstörungen, Lähmungserscheinungen oder Sehstörungen.
Neurotransmitter
Chemische Substanzen, die Signale an einer Synapse von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen. Sie werden von der „sendenden“ (präsynaptischen) Nervenzelle ausgeschüttet und docken an Rezeptoren der „empfangenden“ (postsynaptischen) Nervenzelle an.
Noxe
etwas, das einen schädlicher Einfluss auf den Körper ausübt (z.B.UV-Strahlung, Gifte, Viren, Säuren, mechanische Belastungen, …)
Nozizeption
Schmerzwahrnehmung
Schlaganfall
Akute, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch den plötzlichen Ausfall eines Gehirnbereiches bedingt ist. Ursache kann die Verstopfung eines Gefäßes (z.B. durch ein Blutgerinnsel) oder auch eine Blutung im Gehirn selbst sein.
Signal
Mittel zur Informationsübertragung. Im Körper kann ein Signal z.B. elektrisch oder chemisch übertragen werden. Damit ein Signal richtig erkannt wird, also eine „Bedeutung“ bekommt, ist auch ein geeigneter „Empfänger“ nötig.
Synapse
Übergang zwischen zwei Nervenzellen. Die Vermittlung von Signalen erfolgt auf chemischem Weg von einer Nervenzellendigung zur nächsten. Dazu muss an der „sendenden“ (präsynaptischen) Nervenzelle das elektrische in ein chemisches Signal umgewandelt werden. An der „empfangenden“ (postsysnaptischen) Nervenzelle erfolgt die Rückumwandlung in ein elektrisches Signal.

ZUM WEITERLESEN

Webseite der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG; viele Informationen für Patientinnen und Patienten!)

Webseite der Europäischen Schmerzgesellschaft (EFIC; Seite auf Englisch)

Webseite der Internationalen Schmerzgesellschaft (IASP; Seite auf Englisch)

Wissenschaftliche Fachartikel, die als Quellen für die Informationen auf dieser Website dienten:

Folgendes Buchkapitel wurde ebenfalls als Quelle herangezogen:

  • Treed RD (2019). Schmerzchronifizierung. In: Baron R, Koppert W, Strumpf M, Willweber-Strumpf A. Praktische Schmerzmedizin (Seite 3-13). Springer Reference Medizin
  • Binder A, Tomforde M, Baron R (2019) Neuropathischer Schmerz. In: Baron R, Koppert W, Strumpf M, Willweber-Strumpf A. Praktische Schmerzmedizin (Seite 375-389). Springer Reference Medizin
  • Traue HC, Niliges P. Psychologische und psychobiologische Grundlagen von Schmerz. In: Baron R, Koppert W, Strumpf M, Willweber-Strumpf A. Praktische Schmerzmedizin (Seite 15-26). Springer Reference Medizin

Wir weisen nochmals ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche Entscheidungen im Zusammenhang mit der Schmerzbehandlung nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt getroffen werden sollen. Diese Webseite dient lediglich der persönlichen Information und ersetzt keineswegs das ärztliche Beratungsgespräch.