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Was ist Schmerz?

Jeder von uns kennt Schmerzen. Auch wenn wir nicht bewusst denken „aha, das ist Schmerz“: Schmerz wird unmittelbar wahrgenommen. Er führt sofort zu Schutz- und Rückzugsverhalten: Die Hand zuckt von der heißen Herdplatte weg, das entzündete Gelenk wird entlastet, und man hält sich die Ohren zu, wenn der Lärm zu stark ist.

Gleichzeitig lernen wir, dass wir die heiße Herdplatte besser kein zweites Mal berühren und uns auf der Baustelle lieber nicht mehr direkt neben den lauten Pressluftbohrer stellen. Und wenn der Schmerz zu stark ist oder zu lange andauert, gehen wir zum Arzt (oder suchen uns anderweitig Hilfe).

Damit wird auch die Funktion des Schmerzes klar. Er dient dazu, unseren Körper vor Verletzungen zu schützen bzw. uns auf mögliche schädliche Einflüsse aufmerksam zu machen.

Schmerz ist daher absolut überlebenswichtig!

Fehlt das Schmerzempfinden, so ist die Verletzungsgefahr erhöht. Das kennen wir zum Beispiel von Patientinnen oder Patienten mit Diabetes: Aufgrund von Nervenschädigungen ist die Schmerzempfindung z.B. an den Füßen herabgesetzt. Das führt dazu, dass die Fußsohlen regelmäßig auf unbemerkte, aber potenziell gefährliche Verletzungen kontrolliert werden müssen.

Es gibt sogar Menschen, die von Geburt an überhaupt keine Schmerzen empfinden; diese können eine geringere Lebenserwartung haben als Mensch mit intakter Schmerzempfindung.

schmerz dient also:

  • dem Schutz vor Schädigung
  • dem Aufsuchen von Hilfe bei/nach Schädigung
  • der Vermeidung zukünftiger Schädigung

Definition von „Schmerz“

Aber wie ist Schmerz definiert, was „ist“ Schmerz? Eine pragmatische Definition lautet: Schmerz ist, was die betroffene Person Schmerz nennt - und damit eine bestimmte bewusste, subjektive Empfindung.

Es gibt auch eine wissenschaftliche Definition, die von der Internationalen Schmerzgesellschaft IASP (International Association for the Study of Pain) festgelegt wurde. Demnach ist Schmerz ein „unangenehmes sensorisches und emotionelles Erleben, das mit tatsächlicher oder potenzieller Gewebeschädigung einhergeht“. Schmerz bezieht sich also nicht bloß auf das technische „Fühlen“ eines Sinnesorgans (sensorisch), sondern auch auf das unangenehme „Gefühl“, das es in uns hervorruft (emotionell).

Von der subjektiven Empfindung zunächst zu unterscheiden ist der Mechanismus, auf dem die Schmerzentstehung beruht. Diese Abläufe im Körper, die die Schmerzwahrnehmung erst ermöglichen, werden als „Nozizeption“ bezeichnet und beruhen auf einem eigenen, hoch spezialisierten Teil unseres Nervensystems.

Im Folgenden möchten wir den Vorgang der Nozizeption beschreiben. Dabei gehen wir nicht bis ins Detail – unser Ziel ist jedoch ein Grundverständnis der dem Schmerz zugrundeliegenden Mechanismen.

Von der subjektiven Empfindung zunächst zu unterscheiden ist der Mechanismus, auf dem die Schmerzentstehung beruht. Diese Abläufe im Körper, die die Schmerzwahrnehmung erst ermöglichen, werden als „Nozizeption“ bezeichnet und beruhen auf einem eigenen, hoch spezialisierten Teil unseres Nervensystems.

Im Folgenden möchten wir den Vorgang der Nozizeption beschreiben. Dabei gehen wir nicht bis ins Detail – unser Ziel ist jedoch ein Grundverständnis der dem Schmerz zugrundeliegenden Mechanismen.